Einmal in andere Rollen schlüpfen

23. März 2010 | 06:30 Uhr | Von Michaela Lauterbach

Probten für das Stück "Findet mich das Glück": die Schüler des Wahlpflichtkurses "Darstellendes Spiel" der 9. und 10. Klassen der Regionalschule Altenholz.

Musik und Tanz gehören zu den Proben für das Stück "Prima Klima": die Theater-AG der 5. Klassen der Regionalschule Altenholz

Fotos: Lauterbach

 

Wie jedes Jahr im März verbrachten Schüler der Regionalschule Altenholz auch in der vergangenen Woche wieder einige Tage auf Schloss Noer, um intensiv für ihre Ende April geplanten Theater- und Musikaufführungen zu proben. Unter der Leitung von Anica Gehrmann, seit über 15 Jahren verantwortlich für die Theater-AGs an der Schule, übten die Mädchen und Jungen der 9. und 10. Klassen des Wahlpflichtkurs (WPK) "Darstellendes Spiel" für ihr Stück "Findet mich das Glück" von Ulrike Winkelmann. Die Theater-AG der 5. Klassen probte eine angepasste Version des Stücks "Prima Klima", in dem es mit Musik und Tanz um der Bedrohung der Natur und des Klimas durch den verschwenderischen Umgang mit Energie geht. Und im Obergeschoss studierten die 18 Kinder der Flöten-AG unter der Leitung von Ulrike Gehl peppige Songs ein, die dem Publikum bei den späteren Theateraufführungen die Pausen verschönern sollen.

"Wir sind noch mitten drin in den Proben", erklärte Anica Gehrmann. Doch die Schüler wirkten schon ganz gut mit ihren Rollen vertraut. Vor allem das Stück der älteren verlangte ihnen eine ganze Menge ab. Als grundverschiedene Menschentypen warteten sie am Bahnhof, um aufzubrechen zum Ziel ihrer Wünsche, bepackt mit Gepäckstücken, die für entscheidende Aspekte ihres Lebens stehen. Da gibt es zwei, die sich suchen, den, der immer alles verdrängt, einen, der immer für Ordnung sorgt, einen, der sich nie entscheiden kann, oder die Frau, die sich, gefangen in ihrer 25-jährigen Ehe, in einer Traumwelt eingerichtet hat. Doch im zunehmend vertrauteren Miteinander gelingt es den Wartenden nach und nach, die Hindernisse zu ihrem Glück zu überwinden. "Es geht darum, dass Menschen im Leben oft nicht das verwirklichen, was sie glücklich macht", erklärt Anica Gehrmann. Doch nicht nur weil sie denkt, dass die Jugendlichen diese Thematik interessiert, hat sie das Stück ausgesucht. Es sei auch eines der wenigen Stücke, das viele gleichwertige Rollen anbietet, sagt sie.

Der 16-jährige Philipp Jensen findet Theater spielen "top". "Es macht Spaß, mit den Leuten in andere Rolle zu schlüpfen", sagt er. "Man sammelt neue Erfahrungen." Er spielt den ordnungsliebenden Geschäftsmann, der nur für seine Karriere lebt, bis er herausfindet, dass Ordnung im Leben nicht alles ist. Das Stück sei nicht einfach, fügt er hinzu. "Es ist eine Herausforderung. Aber wir haben die Freiheit, etwas in die Rolle hinein zu interpretieren." Theater spielen sei ganz wichtig für Schüler, meint Anica Gehrmann. "Es bietet ihnen einen geschützten Raum, sich auszutesten und zu entwickeln. Es ist immer schön zu sehen, wenn schüchterne Schüler selbstbewusster werden und sich etwas zutrauen."

Die Aufführung findet voraussichtlich am 29. April in der Schule statt.

zurück zur Übersicht