Computer sind nichts fürs Kinderzimmer

Drogen-Berater klärt Elternvertreter der Realschule Altenholz auf

 

Altenholz – Die Eltern schlafen bereits, der Teenager hat sich den Wecker gestellt. Während seine Eltern in warmen Federn liegen,

sitzt der Junior des Nachts vor dem Computer und spielt, chattet oder sieht Filme. Computer und

Fernseher haben ein enormes

Suchtpotenzial für junge Menschen. Joachim Teipel von der Aktivgruppe „Droge 70“ klärte Eltern am Dienstagabend in der

Altenholzer Realschule auf.

Von Kai Pörksen

Aufklärung tut nach Meinung des Schulleiters Thomas Haß und der Drogenberaterin der Schule, Ute

 

 

Viel zu leicht vergeht die Zeit beim Spielen oder Chatten am Computer. Kinder verlieren sich oder werden gar süchtig.

Foto Pörksen

 

 

 

Pekdeger, unbedingt not. Der Missbrauch von Computern nimmt dramatisch zu und sorgt für Leistungsabfälle bis zu einer halben Note bei den Schülern. Die Verantwortung für den Umgang ihrer Kinder mit den elektronischen Medien liege allerdings eindeutig bei den Eltern und nicht bei der Schule, betonte Teipel. Denn zu Hause stünden die Geräte – und die meist unbeaufsichtigt. „Wichtig ist deshalb die Frage, in welchem Raum sie stehen sollten“, wandte sich der Drogenbeauf- tragte an die etwa 25 Elternvertreter. Der Platz im Kinder- oder Jugendzimmer sei nicht geeignet. „Studien belegen, dass in diesem Fall die Nutzdauer um 40 Prozent steigt“, so der Fachmann. Die Nachfrage zeigte: Von den anwesenden Eltern gaben sechs an, ihre Kinder hätten einen eigenen Fernse- her im Zimmer, immerhin elf sogar einen Computer. „Ein besserer Platz für diese Medien ist ein gemeinsam genutzter Raum der Familie“, empfahl Teipel. Kontrolle müsse sein und zeige den Kindern auch, dass die Eltern Interesse an ihnen hätten. Das bedeute aber auch, dass sich die Er- wachsenen ernsthaft mit den Themengebieten beschäftigen müssen, die ihre Kinder interessieren. Nicht jedes Spiel sei abzulehnen, selbst „Ballerspiele“ nicht generell alle zu verteufeln. „Es kommt eben darauf an“, meinte

 

Teipel, früher habe man auch Cowboy und Indianer gespielt und Schlachten mit Zinnfiguren  geschlagen. Doch gebe es Spiele, die Grenzen überschreiten würden. Und die Eltern seien in der Verant- wortung, zu beobachten und Regeln zu setzen, wenn ihre Kinder übers Ziel hinausschießen. Ein weiteres Problem sei die Sorglosigkeit, mit der Kinder ihre Daten im Internet verteilten. „Da werden schon mal Bilder von leicht bekleideten Mädchen oder saufenden Jungs eingestellt – in der Annahme, nur ein begrenzter Kreis hätte Zugang“, warnte Teipel. Ein Irrglaube: Ein Bild, einmal ins Netz gestellt, sei immer im Netz und nicht mehr löschbar, weil es sich andere Nutzer längs heruntergeladen haben. Auch erstaunte die an der Veranstaltung teilnehmenden Eltern, dass mittlerweile Personalchefs anlässlich einer Bewerbung schnell bei „Google“ den Namen eingäben und so auch ungewollte Informationen über einzustellende zukünftige Mitarbeiter bekämen.

„Immer im Dialog bleiben“, riet deshalb der Suchtfachmann, nur dann sei eine Kontrolle und eine Begleitung der Kinder möglich.

Droge 70, Tel. 04331/28088; Jugendschutz in Telemedien,

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