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Exkursion des Wahlpflichtkurses ,,Die Wälder unserer Erde’’ ins Kaltenhofer Moor Die Exkursion startete am Mittwoch den 10.10.07 um 10 Uhr. Mit dabei waren Herr Zitzmann und Frau Baumann. Damit die noch etwas trägen Gemüter in Gang kamen, wurde das Fahrrad entstaubt und kräftig in die Pedale getreten. Der Weg führte durch Knoop und Friedrichshof. Der erste Halt war der Wald von Stodthagen. |
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Aber das eigentliche Thema war ja das Kaltenhofer Moor. Also wurde wieder in die Pedale getreten und das Moor besucht.
Quelle: Google Earth Moore werden entsprechend ihrer Entstehungsweise klassifiziert. Man unterscheidet Regen- oder Hochmoore (diese werden nur vom Niederschlag gespeist) bzw. Nieder- oder Flachmoore (diese werden von ihrer Umgebung mit Feuchtigkeit versorgt). Das Kaltenhofer Moor ist ein Regenmoor und mit 54 Hektar das größte von sechs Regen- und Hochmooren, die sich alle in der Umgebung der Ortschaft Felm befinden. Das Kaltenhofer Moor ist nach dem nahe gelegen Kaltenhof benannt. Im Umkreis liegen noch das Felmer Moor, das Stauner und das Kunsthagener Moor. Das Kaltenhofer Moor entstand während der letzen Eiszeit infolge der Verlandung eines Seebeckens. Das Moor ist seit 1942 bereits unter Naturschutz gestellt. In den Jahren von 1945 bis 1953 wurde im Moor Torf gestochen. Das heutige Ziel ist es, das Kaltenhofer Moor und den Stodthagener Wald wieder in den Zustand wie vor etwa 100 Jahren zu bringen. Der Ankauf durch die Stiftung Naturschutz Schleswig Holstein war dazu der erste wichtige Schritt. Tiefe Entwässerungsgräben sollen jetzt geschlossen und die Spuren von der Waldnutzung getilgt werden. Im Moor erstreckt sich ein großer Teich, den wir ebenfalls zu Gesicht bekamen. Er entstand durch das Torfstechen früherer Generationen. Hier kann man gelegentlich noch Wasservögel wie zum Beispiel den Graureiher beobachten. Moose der Gattung Sphagnum sind die vorherrschenden Moose auf den nassen, torfigen Flächen. Sie bilden ein weiches Kissen von leuchtend grüner, roter und brauner Farbe bilden. Torfmoose haben ein außerordentliches Wachstumsverhalten. Sie sterben in den unteren Teilen ab und wachsen nach oben hin weiter. Die abgestorbenen Torfmoosteile gelangen unter Luftabschluss. Sie werden deshalb nicht weiter abgebaut und es bildet sich Torf. Das nennt man auch beginnende Inkohlung. Die wohl anspruchslosesten aller Pflanzen sind Flechten. Sie wachsen auf der Oberfläche von Steinen, auf Baumrinden und am Boden. Für ihr Gedeihen benötigen sie allerdings sehr saubere Luft. Ihr Vorkommen ist daher ein guter Indikator für hohe Luftqualität. Von August bis Oktober bietet das Moor in besonderes Highlight. Hier schmücken die verschiedensten Pilze sehr zahlreich die Heide und Moorflächen, sowie den Waldboden. Viele Pilze wachsen nur an bestimmten Orten und sind auch nach ihnen benannt. Zum Beispiel der Birkenpilz. Das Pilze sammeln ist im Kaltenhofer Moor jedoch nicht erlaubt. Auch wenn dort ein sehr schmackhafter Pilz wächst, der sogenannte Bovist. Im Juni kann man im Moor rosafarbige Teppiche aus Moosbeeren sehen. Diese werden in der Naturheilkunde sogar gegen Fieber und Erkältung empfohlen. Man findet im Kaltenhofer Moor sogar Pflanzen, die auf der Roten Liste und damit vom Aussterben bedroht sind, z.B. den Rundblättrigen Sonnentau. Es ist die einzige der drei europäischen Arten, die in unserem Moor vorkommen. Jetzt aber mal genug von den Pflanzen, obwohl man eine Unmenge mehr aufzählen könnte. Die Tierwelt im Kaltenhofer Moor ist ebenso artenreich wie die der Pflanzen. Zahlreiche Libellen- und Schmetterlingsarten schwirren umher, Frösche quaken und wenn man ganz still ist, sieht man hin und wieder auch eine Kreuzotter, die sich am Wegrand beim Sonnenbad beobachten lässt. Blindschleichen dagegen kriegt man sehr selten zu Gesicht. Vor wenigen Jahren ist der Kranich in das Gebiet eingewandert, von dem man allerdings eher seine typischen Rufe hört, als dass man das Tier zu sehen bekommt. Leichter zu beobachten ist der Buntspecht. Sogar der Mäusebussard und der Wespenbussard sind hier zu sehen. Das ist allerdings eine wirkliche Seltenheit. Wenn abends in der Dämmerung der Moorsee eigentlich friedlich daliegt, wird er lebendig, wenn sich die Grau- und Kanadagänse zum Schlafen niederlassen wollen. Im Morgengrauen erheben sie sich mit lauten Spektakel wieder in die Lüft. Nebel steigt aus den Wassern. Im sanften Schein der Dämmerung, magisches Licht verzaubert den See, unendliche Ruhe und das geheimnisvolle Leben im Moor… eine unbeschreibliche Idylle. Viele tolle Bilder und ausführliche Texte zu verschiedensten Pflanzen- und Tierarten kann man in dem Buch über das Kaltenhofer Moor von Christina Bünger bewundern. Oder vielleicht selbst mal einen Ausflug in die friedvolle Welt des Moores machen. Dabei sollte man jedoch aufpassen, wo man hintritt, und sich an die Wege halten. Denn wer möchte schon in 20.000 Jahren in Schloss Gottorf ausgestellt sein? Text: Johanna Lübbert, 10a Bilder: Rico
Kobarg, 9b |