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Der 65-Jährige verlässt die Regionalschule - 30 Jahre lang
Vertrauenslehrer gewesen Große
Show zum Abschied für Volker Wirkotsch
Gabriele
Asmus | kn | 05.02.2010
Altenholz - Eine Verabschiedung
im Kollegenkreis, nett mit Kaffee und Kuchen, dazu würdigende Worte vom Chef?
Weit gefehlt: Das, was über 300 Schüler und Lehrer am Freitagmittag boten,
hatte Showqualitäten. Und für den scheidenden Volker Wirkotsch kam dieser
Auftritt der Regionalschule in Altenholz wirklich überraschend. Dem 65-Jährigen schwante erst
etwas, als er mit seiner Ehefrau Petra und geleitet von Schulleiter Thomas
Haß den Weg vom Lehrerzimmer zur Sporthalle antrat. Ganz selten werde ein
Kollege von der gesamten Schule verabschiedet, sagte Haß. Aber genau das
mache deutlich, welchen Stellenwert Wirkotsch in Altenholz gehabt habe. Der
lasse sich mit Zahlen nur unvollständig beschreiben: 30 Jahre
Vertrauenslehrer, seit 20 Jahren mit Klassen zur Skifreizeit gefahren,
verantwortlich für den Aufbau des Computernetzes in der Schule und seit den
80er Jahren Betreuer der Volleyball AG. „Mir hat meine Arbeit hier
unheimlich viel Spaß gemacht“, sagte Wirkotsch. Rückblickend das Schönste
seien aber die Volleyball AG und die Ski-Klassenfahrten gewesen. Erst am
Sonntag war er von seiner letzten Fahrt mit den Schülern zurückgekehrt.
Besonders auf diese sportlichen Qualitäten nahmen die Schüler der
verschiedenen Jahrgänge dann in ihren Beiträgen Bezug. Von zünftiger Musik
begleitet ließ Wirkotsch sich zum Riesen umkleiden - samt dickem Kissenbauch
und schwarzem Theaterbart. Er spendete dann den „Zwergen“ eifrig Beifall, als
sie mit rasanten Turnnummern oder massenhaft Volleybällen um ihn herum
tänzelten. Neben Sport hat der 65-Jährige
auch Mathe, Physik, Informatik und Technik unterrichtet. Die Vielfalt lässt sich
durch seinen ungewöhnlichen Lebensweg erklären: Nach der Grundschule in
Kiel-Wik kam erst die Realschule, dann die Feinmechanikerlehrer. Zur
Bundeswehr zog ihn die Pilotenausbildung, aus dem Einsatz im Starfighter
wurde nach einem Unfall nichts mehr. „Meinen Traum vom Fliegen musste ich
dann begraben.“ Während des Besuchs der Ingenieur-Schule in Kiel war er auch
Kneipenwirt: „Damit habe ich mir das Studium verdient.“ Schließlich ging er
auch noch auf die Pädagogische Hochschule. Nach zwei Jahren in Pinneberg
begann Volker Wirkotsch im Sommer 1979 mit dem Unterricht in Altenholz. „Sie
haben jeden Tag die Kollegen mitgerissen“, attestierte ihm Haß rückblickend.
Dass Wirkotsch mit 65 in Rente geht, ist für den Schulleiter ein Verlust:
„Genau die Lehrer mit so viel Lebenserfahrung brauchen wir doch.“ Ein Honorarvertrag zögert den Abschied noch bis zum Sommer hinaus: Volker Wirkotsch darf seinen Lehramtsanwärter in der Ausbildung bis zum Schluss begleiten. Und er ist „nicht böse drum, dass es so ein gleitender Übergang ist“. Dass dem 65-Jährigen der Abschied nicht leicht fällt, ist ihm auch bei den wehmütigen Worten anzumerken, mit denen ihm die beiden Schulsprecherinnen Antje Franke und Gesa Krasniqi Danke sagten. „Volker ist gelebte Schule“, hieß es anerkennend aus seinem Kollegenkreis. |